“Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.”
– Cyril Northcote Parkinson
Du hast deine Stunden reduziert. Offiziell arbeitest du jetzt 80 Prozent. Auf dem Papier klingt das nach Entlastung, nach mehr Raum für Care-Arbeit und Familie. Auf dem Konto fehlt das entsprechende Fünftel des Gehalts. Die Realität im Büro sieht völlig anders aus: Du erledigst 100 Prozent der Aufgaben in 80 Prozent der Zeit.
Teilzeit ist in vielen Unternehmen der größte betriebswirtschaftliche Betrug. Weil niemand das Aufgabenvolumen an die reduzierte Zeit anpasst, arbeitest du einfach nur verdichteter. Du streichst die Kaffeepausen, du lässt den Flurfunk weg, du arbeitest im Sprint. Das System bestraft deine Effizienz mit einem Gehaltsabzug und belächelt dich gleichzeitig für deinen angeblich fehlenden Karriere-Ehrgeiz.
Die Reduktion der Arbeitszeit ist völlig wertlos, wenn du nicht auch den Mut aufbringst, 20 Prozent der Arbeit knallhart liegen zu lassen. Es ist nicht dein Job, die fehlenden Ressourcen des Unternehmens durch unbezahlten Dauerlauf auszugleichen. Wenn du vier Tage bezahlt wirst, lieferst du vier Tage. Der Rest ist das Problem der Geschäftsführung.
Welche Aufgabe müsstest du heute demonstrativ liegen lassen, um deiner reduzierten Arbeitszeit wirklich gerecht zu werden?

