Will­kom­men zurück! 👋

Schön, dass du wieder hier bist – herz­lich will­kom­men zurück zu meiner Arti­kel­se­rie über die Resi­li­enz­fak­to­ren. Heute geht es um die zweite Säule: Selbst­wirk­sam­keit. Ich hoffe, du kannst wieder die eine oder andere hilf­rei­che Info für dich mitneh­men.

Kennst du das Gefühl?

… wenn eine Situa­tion einfach über dich herein­bricht und du denkst: „Wie soll ich das nur hinkrie­gen?” Genau in diesem Moment entschei­det sich, ob wir in Stress und Kontroll­zwang verfal­len – oder ob wir uns auf etwas ande­res besin­nen: unser Vertrauen in uns selbst. Und genau das ist Selbst­wirk­sam­keit.

Was bedeu­tet Selbst­wirk­sam­keit eigent­lich?

Der Begriff geht auf den Psycho­lo­gen Albert Bandura zurück, der ihn 1977 prägte. Seine Defi­ni­tion klingt erst­mal sper­rig: die opti­mis­ti­sche Einschät­zung der eige­nen Lebens­be­wäl­ti­gungs­fä­hig­keit. Was steckt dahin­ter?

Es geht nicht darum, immer alles unter Kontrolle zu haben. Wer das versucht, weiß wie erschöp­fend das ist. Kontrolle erzeugt Druck – und Druck macht eng.

Es geht viel­mehr um Vertrauen. Das Vertrauen, dass du auch uner­war­tete, schwie­rige Situa­tio­nen aus eige­ner Kraft bewäl­ti­gen kannst. Dieser Unter­schied klingt klein, verän­dert aber alles.

Mein Busbahn­hof-Moment 🚌

Ich hab dafür ein Beispiel aus dem ganz norma­len Alltag – unspek­ta­ku­lär, aber tref­fend.

Ich komme fünf Minu­ten vor Abfahrt am Busbahn­hof an. Stress pur. Auf dem Weg dort­hin habe ich bewusst versucht loszu­las­sen und mir gedacht: „Wird schon irgend­wie klap­pen.” Dann, bei Ankunft am Busbahn­hof stell ich fest – der Bus hat über 30 Minu­ten Verspä­tung.

Die Pointe: Hätte ich mich die ganze Zeit aufge­regt und verkrampft – für was? Das Ergeb­nis wäre exakt dasselbe gewe­sen. Nur ich wäre erschöpf­ter ange­kom­men.

Ein posi­ti­ves Mind­set fühlt sich erstens leich­ter an, weil man sich nicht so unter Druck setzt. Und zwei­tens – wie geil ist dieses Gefühl, wenn dann wirk­lich etwas Gutes passiert? Fast noch schö­ner, weil man nicht verkrampft darauf hinge­steu­ert hat.

Fach­lich gese­hen beschreibt das der Psycho­loge Julian Rotter mit seinem Konzept des Locus of Control (1954): Menschen mit einer inter­nen Kontroll­über­zeu­gung – also dem Vertrauen ins eigene Handeln – sind nach­weis­lich resi­li­en­ter als Menschen, die zwar alles kontrol­lie­ren wollen, sich dabei aber inner­lich macht­los fühlen.

Körper und Psyche – ein untrenn­ba­res Team

Jetzt wird es span­nend. Denn Selbst­wirk­sam­keit ist nicht nur ein Gedanke im Kopf – sie zeigt sich auch im Körper.

Körper und Psyche arbei­ten stän­dig zusam­men, sie synchro­ni­sie­ren sich. Was in unse­rer Psyche passiert, spie­gelt sich unwei­ger­lich in unse­rem körper­li­chen Wohl­be­fin­den wider – und umge­kehrt. Die Wissen­schaft nennt das Psycho­neu­ro­im­mu­no­lo­gie: ein Forschungs­feld, das zeigt, wie Gedan­ken und Emotio­nen sogar unser Immun­sys­tem beein­flus­sen.

Das dyna­mi­sche Modell dahin­ter sieht so aus:

Denken → Fühlen → Verhal­ten → Körper­re­ak­tion – und das im Kreis­lauf, immer wieder.

Ich habe das selbst erfah­ren: Psycho­so­ma­ti­sche Schmer­zen sind kein Scherz. Bei mir ist es der Rücken. Wenn ich unter Dauer­stress stehe oder emotio­nal belas­tet bin, meldet sich mein Rücken zuver­läs­sig. Kein Zufall – sondern Körper und Psyche, die stim­mig sein wollen.

Selbst­re­gu­la­tion – und wie du sie trai­nierst

Genau hier kommt die Selbst­re­gu­la­tion ins Spiel. Ziel ist es, so zu handeln, dass es sowohl deiner Psyche als auch deinem Körper guttut – denn beide wollen sich anglei­chen und synchro­ni­sie­ren.

Der Stress­for­scher Richard Laza­rus hat gezeigt, dass nicht die Situa­tion selbst über unsere Stress­re­ak­tion entschei­det, sondern wie wir sie bewer­ten. Das ist eine gute Nach­richt – denn Bewer­tun­gen lassen sich trai­nie­ren.

Studien bele­gen posi­tive Effekte von Selbst­re­gu­la­ti­ons­trai­ning. Konkrete Übun­gen können sein:

  • 🏃 Körper­li­che Akti­vi­tät – Bewe­gung regu­liert Stress­hor­mone direkt
  • 🧘 Yoga & Medi­ta­tion – bringt Körper und Geist in Einklang
  • 🤝 Soziale Bezie­hun­gen pfle­gen und stär­ken
  • 🌿 Acht­sam­keits­übun­gen – was genau das bedeu­tet, erkläre ich im nächs­ten Arti­kel genauer
  • 💭 Posi­tive Gedan­ken und Gefühle aktiv erzeu­gen – klingt simpel, wirkt aber nach­weis­lich. Der Psycho­loge Martin Selig­man hat mit der Posi­ti­ven Psycho­lo­gie gezeigt, wie sehr bewusste posi­tive Gedan­ken unser Wohl­be­fin­den stei­gern.

Das Wich­tigste zum Mitneh­men

Selbst­wirk­sam­keit bedeu­tet nicht, dass du immer stark sein musst oder alles im Griff hast. Es bedeu­tet, dass du dir vertraust – auch wenn du nicht weißt, wie es ausgeht.

Eine Frage, die mich dabei seit eini­ger Zeit beglei­tet und die ich mir immer öfter stelle: Was ist das Schlimmste, das passie­ren kann?

Klingt erst­mal provo­kant – aber diese Frage holt mich regel­mä­ßig auf den Boden der Tatsa­chen zurück und rela­ti­viert so eini­ges. Zurück zum Bus: Das Schlimmste? Ich nehme halt den nächs­ten. Und beim nächs­ten Mal gehe ich viel­leicht einfach früher los. Das war’s. Kein Drama, kein Welt­un­ter­gang.

Diese kleine Gedan­ken­übung ist im Grunde kogni­ti­ves Reframing – also das bewusste Umdeu­ten einer Situa­tion. Statt im Worst-Case-Denken zu versin­ken, entschärfst du die Situa­tion, indem du sie in Rela­tion setzt. Was sich riesig anfühlt, schrumpft oft auf ein hand­hab­ba­res Format zusam­men.

Und das Gute: Diese Über­zeu­gung ist trai­nier­bar. Du brauchst kein perfek­tes Leben. Nur die Haltung: „Ich krieg das hin.”

Im nächs­ten Arti­kel geht es um Opti­mis­mus als weitere wich­tige Ressource – und ich erkläre genauer, was Acht­sam­keit wirk­lich bedeu­tet.

Meet the Coach

Francisca Deetz
Fran­cisca Deetz
Resi­li­enz- und Paar­coach mit einem holis­ti­schen Ansatz, der Körper, Geist und Emotio­nen als Einheit versteht. Sie verbin­det die NARM-Methode mit Elemen­ten aus der Yoga-Praxis – bewusste Atmung, Acht­sam­keit und Entspan­nung – für tiefe, nach­hal­tige Verän­de­rungs­pro­zesse. Als ehema­lige Lehre­rin bringt sie Einfüh­lungs­ver­mö­gen und ein feines Gespür für indi­vi­du­elle Entwick­lungs­pro­zesse mit – online und vor Ort.
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