“Wenn wir Besitz haben, brauchen wir Waffen, um ihn zu verteidigen.”
– Franz von Assisi
Franziskus hat die Armut nicht gewählt, weil Armut an sich gut ist. Er wählte sie, weil er das toxische Gesetz des Besitzes durchschaut hatte. Er erklärte seinen Anhängern völlig nüchtern: Sobald du ein Stück Land, ein Haus oder teure Dinge hast, wirst du Diebe fürchten. Du wirst Mauern bauen, Waffen kaufen und Gerichtsverfahren führen. Dein Besitz besitzt dich.
Heute bauen wir zwar keine Burggräben mehr, aber das Prinzip ist dasselbe. Das dicke Auto erfordert den teuren Parkplatz. Der hohe Lebensstandard zwingt dich, im verhassten Job zu bleiben. Dein Status erfordert permanente Verteidigung gegen Kritiker auf Social Media. Wir verbringen unsere halbe Lebensenergie damit, die Zäune um unser aufgeblähtes Leben zu streichen.
Sinnfindung erfordert Reduktion. Je weniger du hast, desto weniger musst du bewachen. Wer seine Identität nicht an Dinge und Titel hängt, kann nicht erpresst werden. Die absolute Freiheit ist nicht der Moment, in dem du dir alles kaufen kannst. Es ist der Moment, in dem du merkst, dass du den ganzen Mist nicht brauchst, um nachts ruhig zu schlafen.
Welchen Teil deines angeblichen Reichtums verteidigst du jeden Tag unter massiver Kraftanstrengung gegen die Realität?
