“Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, ihn zu entdecken, sondern ihn zu erschaffen.”
– Antoine de Saint-Exupéry
Wir reden über die “Sinnsuche”, als wäre der Sinn des Lebens ein vergrabener Piratenschatz. Als müsste man nur nach Indien reisen, lange genug meditieren oder den einen magischen Traumjob finden, und plötzlich fällt der Groschen. Wir warten auf die große Offenbarung, die uns endlich erklärt, wofür wir hier sind.
Das ist ein fataler Irrtum, der uns in eine ewige Warteposition zwingt. Sinn liegt nicht irgendwo unter einem Stein versteckt. Sinn ist kein Substantiv, er ist ein Verb. Du findest ihn nicht, du machst ihn. Er entsteht durch die Art und Weise, wie du morgens deinen Kaffee kochst, wie du einem Kollegen zuhörst oder wie du die Verantwortung für eine handwerkliche Aufgabe übernimmst.
Ein Leben wird nicht durch das eine, gigantische Meisterwerk sinnvoll. Es wird sinnvoll durch die bewusste Entscheidung, dem banalen Alltag eine Bedeutung zu geben. Wer wartet, bis der Sinn anklopft, wird sterben, ohne gelebt zu haben.
Wo in deinem Alltag weigerst du dich beharrlich, selbst für einen Sinn zu sorgen, weil du lieber auf ein Wunder wartest?

