“Wenn du meinst, Abenteuer seien gefährlich, versuche es mit Routine. Sie ist tödlich.”
– Paulo Coelho
Wir haben einen tiefen Respekt vor dem Unbekannten. Eine Kündigung, ein Umzug, ein Neuanfang – all das löst in uns Alarm aus. Wir sehen die Risiken messscharf vor uns. Was, wenn das Geld nicht reicht? Was, wenn ich scheitere? Also bleiben wir lieber dort, wo wir sind. Im Gewohnten. Da wissen wir wenigstens, woran wir sind.
Coelho entlarvt diesen Deal als fatalen Rechenfehler. Wir bewerten die Gefahr des Aufbruchs völlig über, während wir die Gefahr des Stillstands komplett ignorieren. Routine ist ein leises, schleichendes Gift. Sie bringt dich nicht mit einem Knall um. Sie betäubt dich langsam. Jeder Tag, der exakt so aussieht wie der gestrige, tötet ein kleines Stück deiner Neugier, deiner Leidenschaft und deiner Lebendigkeit.
Wer jahrzehntelang auf Autopilot lebt, vermeidet vielleicht den lauten Absturz. Aber er zahlt dafür mit der völligen inneren Versteinerung. Das Abenteuer bricht dir vielleicht ein Bein. Die Routine bricht dir unbemerkt das Genick.
An welcher tödlichen Routine hältst du krampfhaft fest, weil dir ein möglicher Kratzer beim Aufbruch mehr Angst macht als das langsame Ersticken?

